|
| |
Die
Einrahmung
Zurück
zur vorigen Seite
Das Anbringer der Bilderöse
Diesem einfachen Vorgang
wird keine große Bedeutung beigemessen. Aber es gibt einige Kniffe,
um die Arbeitszeiten zu reduzieren.
Die Bilderöse muß vor dem
Einsetzen des Bildes am Rahmen befestigt werden, denn sonst wird der
Rahmen durch die Hammerschläge erschüttert, und das Glas bricht. Außerdem
können sich aufgrund der Erschütterung kleine Teilchen des
eingerahmten Bildes auf dem Glas absetzen, vor allem dann, wenn es
sich um ein Pastell oder um eine Kreidezeichnung handelt.
Beim Anbringen der Bilderöse muß man zuerst das Zentrum der
Rahmenseite suchen. Das primitivste (aber auch am häufigsten
verwendete) System besteht darin, die Rahmenseite zu messen und das
Zentrum mit einem Bleistift zu kennzeichnen. An dieser Stelle wird
dann die Bilderöse mit Nägeln angebracht. Hierzu verwendet man
spezielle Kupferstifte, oder, seltener, vermessingte Rundkopfnägel.
Zum Festhalten der Bilderöse beim Anbringen der Nägel kann man einen
Klebestreifen verwenden, um die Bilderöse provisorisch am Rahmen zu
befestigen. Der Klebestreifen hat noch eine andere Funktion: er hält
den ersten Nagel aufrecht, wenn man diesen anlegt und leicht andrückt.
Anschließend entfernt man den Klebestreifen und bringt den zweiten
Nagel an. Wer schon etwas Übung hat, kommt auch ohne Klebestreifen
zurecht.
Wir möchten darauf hinweisen, daß die Klappösen im Handel in acht
verschiedenen Größen erhältlich sind (00-0-1-2-3-4-5-6). Es gibt
auch verkleinerte Bilderösen, die eine kürzere Basis aufweisen und für
dünne Bilderrahmen geeignet sind.
Wie kann das Anbringen
der Bilderöse automatisiert werden?
Es gibt einige Methoden, um das Anbringen der Bilderöse zu
automatisieren und zu beschleunigen. Eine dieser Methoden ist das
Lineal mit Doppelskala. Dieses einfache Lineal kann sich jeder
Einrahmer selbst herstellen. Im Zentrum des Lineals befindet sich ein
Nullpunkt, von dem zwei Meßskalen ausgehen: eine nach rechts und eine
nach links. Das Lineal wird auf die zwei vertikalen Rahmenseiten
aufgelegt, parallel zu der Seite, deren Zentrum man sucht. Jetzt
verschiebt man das Lineal leicht nach rechts bzw. links, bis die
Schnittpunkte des Lineals mit den vertikalen Rahmenseiten symmetrisch
sind: wenn man auf beiden Seiten die gleiche Ziffer abliest, dann
befindet sich der Nullpunkt des Lineals im Zentrum der Rahmenseite.
Jetzt kann man das Zentrum kennzeichnen und die Bilderöse befestigen.
Auch das Kennzeichnen des Zentrums ist nicht unbedingt notwendig: man
braucht nur die Bilderöse an der richtigen Stelle zu positionieren
und provisorisch mit einem Klebestreifen zu befestigen. Wenn man etwas
Übung hat, erübrigt sich auch der Klebestreifen: mit einer Hand hält
man die Bilderöse fest, und mit der anderen Hand drückt man einen
Nagel in eines der beiden Löcher; dann schlägt man den Nagel mit dem
Hammer ein und bringt den zweiten Nagel an.
Eine Weiterentwicklung dieses Systems besteht in dem “Mittemaßgeber”,
ein von der Firma Rinaldin erfundenes Instrument, das auf dem Prinzip
des Pantographen basiert und folgendermaßen funktioniert: Der Rahmen
wird horizontal auf den Arbeitstisch gelegt, wobei die Seite, an der
die Bilderöse angebracht wird, auf den Einrahmer zu gerichtet ist.
Jetzt legt man die beiden Enden des Mittemaßgebers auf die
Rahmenecken. Dies wird durch eine am Ende befestigte Feder erleichtert,
welche die zwei Arme des Mittemaßgebers leicht andrückt, damit sie
besser am Rahmen anliegen. Jetzt gibt der Eckpunkt der zwei kleinen
Arme, die auf halber Höhe der langen Arme aufklappbar befestigt sind,
das Zentrum der Seite an, und man kann die Bilderöse wie oben erwähnt
anbringen.
Eine zusätzliche Automatisierung erreicht man durch Verwendung einer
Heftpistole anstelle der Nägel. Sie könnten z. B. eine Heftpistole
Omer 99/25 oder eine Atro 90/18 verwenden, also eine Pistole für den
Klammertyp 90. Die Dicke dieses Klammertyps ist nämlich so beschaffen,
daß das Blech der Bilderöse leicht durchbohrt wird. Nachdem man das
Zentrum der Rahmenseite mit dem Mittemaßgeber gefunden hat, ist es
nicht notwendig, das Zentrum mit einem Bleistift zu kennzeichnen: es
genügt, die Bilderöse auf die richtige Stelle aufzulegen und mit der
Pistole eine Klammer hineinzuschießen. Es ist auch nicht notwendig,
die zwei Löcher der Bilderöse zu zentrieren, denn die Klammer
durchdringt das Blech: die Löcher werden also in diesem Fall nicht
gebraucht. Man hält den Rahmen mit einer Hand gut fest, während man
mit der anderen Hand die Pistole hält: so wird der Rahmen nicht durch
den Rückstoß erschüttert. Die Länge der Klammer muß natürlich
kleiner sein als die Dicke des Rahmens, denn sonst wird der Rahmen
durchbohrt; es empfiehlt sich eine Länge von 12 mm, denn diese Länge
kann für alle Rahmentypen verwendet werden. Wenn die Klammern nicht
ganz eindringen (dies passiert z. B. bei ungenügendem Druck im
Kompressor oder bei sehr hartem Holz), kann man die Klammer mit einem
normalen Hammer in das Holz hineinschlagen.
Durch die Verwendung einer pneumatischen Heftpistole für das
Anbringen der Bilderöse spart man viel Zeit, und es lohnt sich auf
jeden Fall für einen Einrahmer, der mehr als 10 Rahmen pro Tag
bearbeitet. Es könnte jedoch in folgenden Fällen Probleme geben:
|
•
|
|
Bei sehr dünnen Rahmen kann die
Klammer aus dem Rahmen austreten, sowohl auf der Innenseite als auch,
was noch schlimmer ist, auf der Außenseite, wodurch der Rahmen beschädigt
wird.
|
|
•
|
|
Einige ganz besonders weiche Holztypen
können durch den Schuß mit der Pistole zerstört werden.
|
Aus praktischen Gründen sollte die
Pistole, wenn sie nicht verwendet wird, über dem Arbeitstisch hängen,
in einer für den Einrahmer leicht zugänglichen Position.
Die Luftschläuche sollten möglichst spiralförmig sein und von oben
kommen. So ist die Pistole stets griffbereit, ohne daß die Schläuche
auf dem Arbeitstisch stören.
Auch der Mittemaßgeber ist ziemlich platzraubend und sollte nicht auf
dem Arbeitstisch aufbewahrt werden, sondern in einer leicht zugänglichen
Position, z.B. über dem Arbeitstisch hängend. Der Bolzen, der am
Ende herausragt und der als Scharnier zwischen den beiden Armen
fungiert, soll auch das Einführen in eine dafür vorgesehene Öffnung
erleichtern.
Es hat auch einige Versuche gegeben, das Anbringen der Bilderöse mit
komplizierteren Maschinen zu automatisieren. Diese Maschinen haben
eine doppelte Funktion: sie sollen das Zentrum der Rahmenseite
ermitteln und die Bilderöse mit Klammern befestigen, die in die zwei
Löcher der Bilderöse passen. Die erste Aufgabe, also die Ermittlung
des Zentrums, ist ziemlich leicht: die Maschine fixiert das Zentrum
und erleichtert außerdem die Positionierung des Rahmens auf dem
Arbeitstisch, indem sie ihn zwischen zwei Klemmstücken festhält.
Die andere Aufgabe, also die Befestigung der Bilderöse, ist
komplizierter und schwer zu automatisieren, vor allem angesichts der
Tatsache, daß es im Handel verschiedene Größen von Bilderösen gibt.
Wann sind zwei Bilderösen
anzubringen? -
(Seitenanfang)
In folgenden Fällen muß man zwei Bilderösen anbringen:
|
•
|
|
Bei sehr schweren Bildern. Mit zwei
Bilderösen hält das Bild besser, denn das Gewicht wird auf zwei
Punkte verteilt.
|
|
•
|
|
Bei langen und schmalen Rahmen. Wenn
sich nämlich die Bilderöse nicht genau im Zentrum befindet, dann hängt
das Bild schief. Das Schief-Hängen des Bildes könnte aber auch
dadurch bedingt sein, daß die vertikalen Rahmenseiten ein
unterschiedliches Gewicht haben; dies kommt vor allem dann vor, wenn
Leistenstücke verschiedener Produktionen verwendet werden.
|
|
•
|
|
Wenn der Rahmen Gegenstände enthält,
die auf der Unterlage asymmetrisch angeordnet sind. Das
unterschiedliche Gewicht der Gegenstände wirkt sich natürlich auf
den Schwerpunkt des Bildes aus.
|
Die Lösung mit den zwei Bilderhaken
gefällt den Kunden nicht immer. Sie müssen nämlich an der Wand zwei
Nägel anbringen, die zudem noch die gleiche Höhe und den richtigen
Abstand haben müssen. Um wenigstens dieses letztgenannte Problem zu lösen,
kann der Einrahmer trapezförmige Bilderösen verwenden, die eine größere
Toleranz beim Messen des Abstandes zwischen den zwei Nägeln ermöglichen.
Der Mittemaßgeber ist beim Anbringen von zwei Bilderösen nutzlos, da
die Bilderöse nicht im Zentrum der Rahmenseite angebracht wird,
sondern weiter außen. Hier empfiehlt sich ein Abstand von ca. 5 cm
vom Ende. Bei einem größeren Abstand wäre das Aufhängen des Bildes
für den Kunden schwieriger, und der eventuelle Höhenunterschied
zwischen den zwei Nägeln würde beim Aufhängen des Bildes noch verstärkt.
Hier ist ein kleiner Trick, um das Markieren der Stellen zu vermeiden,
an denen die zwei Bilderösen angebracht werden.
Legen Sie an die Rahmenecke einen Zeichenwinkel zu 5 cm an und
befestigen Sie die Bilderöse direkt dort, wo der Winkel endet (ohne
die Stelle zu kennzeichnen).
Nach dem Anbringen der ersten Bilderöse legen Sie den Zeichenwinkel
an die andere Ecke an und befestigen die andere Bilderöse.
Sie können dafür eine pneumatische Pistole oder einen Hammer
verwenden.
| |
|