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Geschäftsführung

 

  

Rahmen und Gewinne

Nicht abgeholte Bilder

Es war ein großer Auftrag

Künstlerrabatte

Falscher Kostenvoranschlag

Eingerahmtes Poster ohne Rahmen

Gemälde von Malern

Verkaufskommissionen

Leihrahmen

  

Rahmen und Gewinne

Wie hoch müßte der Gewinnsatz bei Rahmen sein?
Das hängt von den verschiedenen Situationen, vom Unternehmungstyp usw. ab. Für ein Einrahmergeschäft sollte der Gewinnsatz allerdings nicht unter 20% liegen. Unter diesem Gewinnsatz kann für den Einrahmer kein Interesse bestehen, sein Geld in eine Risiko-Tätigkeit zu investieren.
Der Rahmenverkaufpreis müßte Materialkosten, Arbeitskraftkosten, allgemeine Spesen und Gewinn enthalten. Der Anteil der verschiedenen Kosten ist in folgendem Schema angegeben:
Materialkosten (Leiste, Glas, Karton usw.) 30%
Arbeitskraft (inklusiv Arbeit des Geschäftsinhabers) 30%
Allgemeine Kosten (Miete, Strom, Telefon, usw.) 20%
Gewinn 20% 
Wenn Sie es nicht schaffen, die Kosten einzuschränken, müssen Sie unbedingt den Verkaufpreis erhöhen. Es gibt keine andere Möglichkeit. Auch wenn der Einrahmer nebenan niedrigere Preise hat. Sollten Sie nach einer Einleitungszeit von ca. 1 Jahr nicht einen ausreichenden Gewinn erzielt haben, müßten Sie die Möglichkeit in Betracht ziehen, das Geschäft zu schließen.

  

Nicht abgeholte Bilder
Viele Kunden holen ihre Bilder nicht ab. Was soll ich tun?
Dieses Problem ist vielen Einrahmern bekannt. Um den Stapel alter Rahmen zu beseitigen, müssen die Kunden telefonisch erreicht werden. Für Bilder, die lange Zeit bei uns geblieben sind, bleibt uns nichts anderes übrig als den Rahmen abzumontieren und für eine andere Arbeit zu benutzen. Abmontierte Bilder müssen katalogisiert und aufbewahrt werden. Damit das Problem nicht wieder vorkommt, müssen in Zukunft einige Maßnahmen getroffen werden. Auf dem Auftragsblatt müssen unbedingt Name, Anschrift und Telefonnummer des Kunden notiert werden, damit der Kunde erreicht werden kann. Es ist wichtig, daß auch der Abholtermin notiert wird, damit der Kunde weiß, wann er das Bild abholen soll. Nachdem zwei Tage abgelaufen sind, muß der Kunde telefonisch informiert werden, daß er sein Bild abholen kann. Tut er das nicht, rufen Sie alle 3/4 Tage an.
Eine andere Möglichkeit das Problem zu lösen ist, keine langen Termine zu geben. Es sollte eine Woche nicht überschritten werden, damit der Kunde sein Interesse am Bild nicht verliert oder sogar vergißt, es zum Einrahmen gegeben zu haben. 
Sehr wichtig ist, bei Auftragsannahme, eine Anzahlung zu verlangen. Einige Einrahmer tun dies nicht gerne, weil Sie befürchten, den Kunden zu beleidigen. Diese Befürchtung muß überwunden werden. Der richtige Satz in diesem Fall ist: Zahlen Sie sofort, oder ist es Ihnen lieber, wenn Sie eine Anzahlung hinterlassen?
Ein Schild, das darauf hinweist, würde die Sache erleichtern. Wenn der Kunde eine Anzahlung geleistet hat, wird er sein Bild bestimmt abholen. 

  

Es war ein großer Auftrag
Ich dachte, das Geschäft des Jahres gemacht zu haben, als ein Öffentliches Amt mir ein großer Auftrag erteilt hat. Jetzt warte ich schon seit sechs Monaten auf das Geld.
Öffentliche Ämter und einige Verbände haben sehr lange Zahlungszeiten und das kann für ein kleines Rahmengeschäft ein großes Problem sein. Bei Vertragsabschluß muß die Zahlungsbedingung verbindlich festgelegt werden. Es wäre auch nicht falsch, eine große Anzahlung bei Auftragserteilung und die Begleichung der Rechnung bei Warenübergabe zu verlangen. In manchen Fällen, ist es vorzuziehen, den Auftrag zu verlieren. Ähnliche Fälle könnten sogar zum Konkurs leiten. 
Wenn Sie andernfalls die Möglichkeit haben, Kredit zu gewähren, betrachten Sie bei der Preiskalkulation alle auffallenden Zinsen einer langfristigen Zahlung.

  

Künstlerrabatte
Einige Einrahmer meiner Stadt gewähren Künstlern einen Preisnachlaß. Muß ich dies ebenfalls tun?
Das Problem der Preisnachlässe ist sehr umfassend und es bestehen keine bestimmten Regeln; jeder Einzelne kann die Politik verfolgen, die er für am angebrachtesten erachtet. Gewiß ist es normal, daß ein Maler, der uns des öfteren einen gewissen Arbeitsumfang bringt, bessere Preise hat als der Gelegenheitskunde. Ein Preisnachlaß von 10% an diese Kunden ist normal. Um den Maler noch mehr zu binden, können wir ein Abkommen folgender Art vorschlagen: wir gewähren sofort 5% Nachlaß und weitere 5% am Ende des Quartals, wenn eine bestimmte Verkaufsmenge erreicht wird; weitere 5% werden gewährt bei Erreichen einer höheren Staffel. Natürlich ist dabei erforderlich, daß unsere Verkaufspreise die Preisnachlässe erlauben, ohne Verlust zu erleiden. 
Außerdem muß man darauf achten, daß der Rabatt nur dem Maler eingeräumt wird und nicht den Kunden, die der Maler in unser Geschäft schickt.

  

Falscher Kostenvoranschlag
Ich habe einem Krankenhaus ein Kostenvoranschlag unterbreitet über 150 Rahmen: die Anfrage war: Größe 50x70 -Leistenbreite 3 cm. Ich habe die Preise ziemlich niedrig gehalten und trotzdem ist der Auftrag einem anderen Einrahmer erteilt worden. Was habe ich falsch gemacht?
Vermutlich haben Sie beim Kostenvoranschlag nicht berücksichtig, daß verschiedene Rahmen mit gleicher Leistenbreite, in unserem Fall 3 cm, auch verschiedene Preise haben können. Wahrscheinlich hat der andere Einrahmer den Preis für eine preiswertere Leiste angegeben als Ihre (eine einfache Nuß-Leiste ist günstiger als eine Furnier-Leiste). Es wäre angebrachter gewesen, verschiedene Leistentypen mit den entsprechenden Preisen anzubieten.

   

Eingerahmtes Poster ohne Rahmen
Manchmal möchte der Kunde ein Poster, das im Geschäft eingerahmt ausgestellt ist, ohne den Rahmen kaufen. Es kommt auch vor, daß er den Rahmen wechseln möchte, was tun?
Das hängt vom Preis des Posters ab. Wenn der Wert des Posters im Vergleich zum Rahmen zu niedrig ist, lehnen Sie freundlich ab. Andernfalls erfüllen Sie den Wunsch des Kunden, montieren Sie den Rahmen ab und verwenden sie ihn anderweitig. Der Zeitaufwand für die Bildmontage wird somit nicht ganz kompensiert aber wir können auf den Posterpreis etwas aufschlagen. Ein Ratschlag: um Zeit zu sparen, ist es angebracht, die im Geschäft ausgestellten Bilder hinten nicht zu schließen.

  

Gemälde von Malern
Ich besitze unendliche Gemälde von Malern, die Ihre Künste mit Rahmen umtauschen. Was tun?
Wenn darunter auch ein neuer Picasso ist, haben Sie Glück gehabt. Oft ist das aber nicht so. Leider muß man bei solchen Anfragen einfach ablehnen. Erklären Sie freundlicherweise, daß Sie Bargeld für die Geschäftsführung brauchen, und daß Gemälde nur nach einer gewissen Zeit sich in Bargeld umwandeln lassen. Wenn es sich um gute Gemälde handelt, können Sie sie zum Weiterverkauf behalten und den Künstler bezahlen, wenn der Verkauf erfolgt ist.

  

Verkaufskommissionen
Welche Kommission muß ich einkassieren für Gemälde, die mir Künstler zum Verkauf hinterlassen?
Generell behalten Einrahmer für zum Verkauf aufgenommene Gemälde ein Drittel des Erlöses. Wenn der Einrahmer allerdings die Kunstwerke erwirbt, muß der Gewinn höher liegen: generell muß der Verkaufspreis 50 % höher sein.

  

Leihrahmen
Bisweilen fragt mich ein Maler oder ein Photograph nach Leihrahmen, die ihm nur für eine Ausstellung dienen. Was muß ich tun?
Im allgemeinen ist das Verleihen von Rahmen für den Einrahmer wenig vorteilhaft, wenn die Leihgebühr nicht mindestens die Hälfte des Verkaufspreises ausmacht. In der Tat sind die Rahmen, wenn sie zurückgegeben werden, meist in einem Zustand, in dem sie nicht verkauft werden können. Wir können auch nicht zu sehr damit rechnen, daß einige Rahmen während der Ausstellung zusammen mit dem Bild oder der Photographie verkauft werden.