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Geschäftsführung
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Eine Anzhalung
verlangen?
Aufgrund des Ergebnisses
einer Meinungsumfrage sind es nur 27% der italienischen Einrahmer, die
von den Kunden eine Anzahlung verlangen. Die Meinungsumfrage hatte zum
Gegenstand die Erforschung des Verhaltens des Einrahmers gegenüber
dem Kunden bei Übernahme der Bilder.
Die Meinungsumfrage wurde bei 163
Einrahmern in der Lombardei und in Venetien durchgeführt. Wir wissen
nicht, ob die Ergebnisse dieser statistischen Erfassung auch für das
übrige Europa gültig sind. In jedem Fall dürften die Ergebnisse für
jeden Einrahmer als Vergleichspunkte nützlich sein.
Wir möchten dabei klar legen, daß die Antworten eine objektive
Realität wiederspiegeln, aber nicht unbedingt ein zu befolgendes
Beispiel darstellen. Wir fühlen uns, zum Beispiel, nicht imstande,
das Verhalten der Mehrzahl der Einrahmer zu billigen, die von ihren
Kunden keine Anzahlung verlangen.
Die an die einzelnen
Einrahmer gerichteten Fragen waren:
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Erbitten Sie von Ihren Kunder eine
Anzahlung?
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Stellen Sie eine Empfangsbestätigung
über die einzurahmenden Bilder aus?
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Wer wählt den Rahmen aus? Sie oder
der Kunde?
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Lassen Sie sich vom Kunden
Telefonnummer und vollständige Adresse geben?
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Wieviel Tage benötigen Sie für die
Ausführung der fertigen Arbeit?
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Geben Sie im voraus den Termin für
die Auslieferung der Bilder an? Notieren Sie den Rückgabetermin auf
der dem Kunden ausgehändigten Empfangsbescheinigung?
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Wie kalkulieren Sie den Preis der
Rahmen?
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Teilen Sie den Preis im voraus dem
Kunden mit?
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Die Antworten sind dann statistisch
erfaßt worden. Leider verflacht die Statistik die verschiedenen
Abstufungen der Antworten. Nachfolgend geben wir einige besonders
bedeutsame Beobachtungen wieder:
Erbitten Sie vom Kunden
eine Anzahlung? -
(Seitenanfang)
Die Anzahlung wird von 27% der befragten Einrahmer verlangt. Dieser
Prozentsatz vermindert sich in den kleinen Ortschaften, in denen sich
alle kennen. Nahezu alle Einrahmer, die eine Anzahlung verlangen,
weisen jedoch darauf hin, daß eine Anzahlung nicht regulär und in
allen Fällen verlangt wird, sondern nur, wenn der Handelswert der
einzurahmenden Bilder nahezu Null ist. Eine Anzahlung wird
insbesondere von Kunden verlangt, die unbekannt sind. Ein Einrahmer
weist darauf hin, daß er zwar auf einer Anzahlung bestehe, aber bei
vielen Kunden auf Widerstand stöße. Andere Einrahmer, die keine
Anzahlung verlangen, geben jedoch zu, daß es besser sei, eine solche
zu verlangen. Die Anzahlungsbeträge bewegen sich zwischen 30% und 50%
der Endrahmenpreise.
Stellen Sie eine
Empfangsbescheinigung der einzurahmenden Bilder aus?
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(Seitenanfang)
58% der befragten Einrahmer stellt eine Empfangsbestätigung mit
Angabe der Bilder und der Beschreibung der Rahmen aus. Ein Einrahmer
gibt an, daß er zwar keine Empfangsbescheinigung ausstelle, aber die
Daten in seinem Tagebuch notiere.
Ein anderer erklärt, daß er keine Empfangsbestätigung ausstelle, da
der Kunde diese sowieso beim Abholen der Bilder nicht mitbringt.
Etwa ein Drittel der Einrahmer stellt die Bescheinigung in zweifacher
Ausfertigung aus. Nur 4 Einrahmer von 163 Befragten stellt sie in
dreifacher Ausfertigung aus.
Wer wählt den Rahmen aus?
Sie oder der Kunde?
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(Seitenanfang)
Diese Frage ist offensichtlich für eine Erfassung ungeeignet. In der
Tat waren die Antworten sehr artikuliert und es ist daher nicht leicht,
sie statistisch zu klassifizieren.
Wir haben sie weitmöglichst schematisiert.
16% der Befragten gab an, daß die Wahl vom Kunden getroffen werde.
72% gaben dagegen an, daß die Wahl gemeinsam im Einvernehmen mit dem
Kunden erfolge. Hierbei ist jedoch nicht leicht feststellbar,
inwieweit der Kunde wirklich frei wählt und wie weit die Überredungs-
und Überzeugungskraft des Einrahmers die Wahl beeinflußt.
Die verbleibenden 12% der Einrahmer entscheiden von sich aus die Wahl.
"Der Kunde vertraut mir" behauptet die Mehrzahl dieser
Einrahmer.
Lassen Sie sich vom
Kunden Telefonnummer und volle Adresse geben?
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(Seitenanfang)
Die volle Anschrift wird bei 6% der Befragten verlangt und nur bei
unbekannten Kunden. "Ich hatte damit begonnen, mir von allen
Kunden die Anschrift geben zu lassen", sagt ein Einrahmer, "dann
aber habe ich es aufgegeben, zu fragen, da mir schien, daß die Kunden
nur ungern antworteten".
Ein anderer bittet um die Anschrift nur dann, wenn der Kunde einen
wenig vertrauenserweckenden Eindruck macht.
Die Telefonnummer wird dagegen von 90% der Einrahmer verlangt und
insbesondere von den Kunden, von denen keine Anzahlung erbeten wurde.
Die verbleibenden 4% lassen sich weder Telefonnummer, noch Adresse
geben. "Wir kennen uns sowieso alle", erklärt dazu ein
Einrahmer einer kleineren Ortschaft.
Wieviel Tage bedingen Sie
sich für die Übergabe der fertigen Arbeiten aus?
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(Seitenanfang)
Die durchschnittlich angegebene Bearbeitungszeit kann man wie folgt,
klassifizieren:
22% weniger als 5 Tage
30% 5 bis 7 Tage
33% 8 bis 10 Tage
15% über 10 Tage
Diese Antworten haben uns überrascht. Wir glaubten nicht, daß die
Durchschnittstermine so kurz wären. Wir hatten in unserer Vorstellung
noch die früheren Einrahmer, die Bilder für Monate in ihren Werkstätten
behielten, während die Kunden ungeduldig wurden. Vielleicht hängt
die Verkürzung der Termine auch von der allgemeinen Wirtschaftskrise
und der damit verbundenen geringeren Arbeitsbelastung ab. Heutzutage
kann man auch innerhalb eines Tages ausliefern, haben viele
geantwortet.
Geben Sie den Kunden im
voraus den Abholtermin der Bilder bekannt?
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(Seitenanfang)
85% geben dem Kunden den Abholtermin der Bilder sofort bei deren Übergabe
bekannt. Die Angabe geschieht generell mündlich, ausgenommen der Fall,
in dem eine Empfangsbestätigung ausgestellt wird, in der der
Abholtermin im allgemeinen notiert wird. 7% der Einrahmer bitten den
Kunden, innerhalb einiger Tage anzurufen, um zu wissen, wann die
Bilder abholbereit sind.
Viele Einrahmer unterstreichen, daß, wenn der Kunde nicht zum Abholen
der Bilder kommt, sie ihn anrufen, um ihn daran zu erinnern, daß die
Bilder fertig sind. Oft hat man den Eindruck, daß der Kunde einen
solchen Telefonanruf erwartet, insbesondere, wenn ihm der Abholtermin
nur mündlich mitgeteilt worden war.
Wie kalkulieren Sie den
Preis der Rahmen?
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(Seitenanfang)
Diese war die verbindlichste Frage und die für viele Einrahmer
peinlichste. Die Antworten waren so vielartig, daß es unmöglich war,
diese mit statistischer Präzision zu katalogisieren. Nachstehende
Klassifizierung ist daher nur annähernd und schematisch:
13% geben ehrlich und offen zu, daß sie die Preise "über den
Daumen" schätzen aufgrund ihrer Erfahrungen
73% antworteten, daß ihre Preise aufgrund der aufgewendeten Material-
und Arbeitskosten kalkuliert würden. Diese Antwort umfaßt jedoch
eine große Vielfalt verschiedener Nuancierungen. Die Materialkosten
werden gewöhnlich verdoppelt. Eine gewisse Konfusion besteht in der
Bewertung der Arbeit, sei es hinsichtlich der Arbeitszeit, sei es
hinsichtlich des in Erwägung zu ziehenden Stundentarifs.
12% benutzt vorbereitete Tabellen, die eine Liste der verschiedenen
Rahmengrößen beinhalten mit entsprechenden schon vorkalkulierten
Preisen unter Berücksichtigung verschiedener Alternaiven (z.B. mit
oder ohne Passepartout, mit Karton, mit Leinen usw.)
Nur 3% der befragten Einrahmer definieren den Preis aufgrund eines in
einen Computer eingegebenen Programms.
Aufgrund der Antworten hat man den Eindruck, daß das Problem der
Preisdefinition von den Einrahmern stark empfunden wird, ein Problem,
das nur wenige Einrahmer bisher haben brillant lösen können. Die
Mehrzahl der Befragten ist sich klar bewußt, daß die eigene Methode
Lücken aufweist und möchte sich gern mit dem Problem näher
befassen, um die bisherige Methode zu verbessern. Ein guter Teil möchte
sich über kurz oder lang für eine Lösung mittels Computer
entscheiden.
Teilen Sie den
Rahmenpreis dem Kunden im voraus mit?
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(Seitenanfang)
76% geben den Rahmenpreis im voraus an. Die Mehrzahl derer, die eine
Empfangsbestätigung ausstellen, schließen in diese bereits auch den
Rahmenpreis ein.
24% geben keinen festen Preis im voraus an und begnügen sich mit
vagen ungefähren Angaben. "Man vertraut mir", behauptet die
Mehrzahl dieser Einrahmer.
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